Ernährung Tipps

Günstig vegan & gesund schlemmen? So gehts

Immer wieder werde ich gefragt, ob veganes und gesundes Essen nicht sehr teuer sei. Woran das liegt, habe ich in zahlreichen Gesprächen rausgehört: Die meisten denken bei einer veganen Ernährung entweder vorrangig an überteuerte Ersatzprodukte oder an einen Einkaufskorb voller Bio-Superfoods aus dem Reformhaus. Beides entspricht aber seltenst der Realität. Entdecke die Plantiness-Philosophie zum Umgang mit Lebensmitteln, um sich gesund und günstig (vegan) zu ernähren und dabei noch die Umwelt zu schonen.

Tipp 1: Kaufe Lebensmittel, keine Produkte

Seien wir doch mal ehrlich: Am teuersten sind immer noch Fertiggerichte, unnötige Proteinpülverchen und sonstige Nahrungsergänzungsmittel. Diese Produkte haben eines gemeinsam: Sie sind Produkte, hinter denen eine Marketing-Strategie steckt. Wenn ich in einen Supermarkt gehe, mache ich erstmal einen großen Bogen um alles, für das Werbung gemacht werden muss. Schnurstracks gehts in die Obst- und Gemüseabteilung. Obst, aber allen voran Gemüse sollte eh einen Hauptbestandteil unserer Ernährung ausmachen und ist – sofern es saisonal ist – mit das günstigste, was man an Lebensmitteln kaufen kann. Wer hier seinen Einkaufswagen füllt, der schont nicht nur seine Gesundheit, sondern auch seinen Geldbeutel.

Vegane Ersatzprodukte: ungesunde Marketingfalle 

Besonders, wer am Anfang einer veganen Ernährung steht, kommt schnell in Versuchung, sich durch die immer größer werdende Auswahl an veganen Ersatz- und Fertigprodukten zu schlemmen. Dass diese nicht besonders gesund und überteuert sind, wissen wir alle. Trotzdem ist es gut, dass es sie gibt, denn sie können den Einstig in eine pflanzliche Ernährung für viele erleichtern. Ich selbst kann auch nicht immer nein sagen, habe aber eine gesunde Balance gefunden und unterscheide klar zwischen Lebensmitteln und Produkten.

Tipp 2: Engagiere dich und erhalte Lebensmittel günstiger oder kostenlos

Aktiv etwas gegen Lebensmittelverschwendung zu tun, ist in einer Wegwerfgesellschaft wie der unseren nicht nur ein Kinderspiel, sondern notwendig. Gleichzeitig kannst du damit sparen. Beispielsweise mit der App Too Good To Go können Restaurants und Cafés – gelistet sind auch vegane – überschüssig zubereitete Speisen anbieten, die du dir in der Regel abends für einen wesentlich günstigeren Preis abholen kannst. 

Eine weitere Möglichkeit bietet Foodsharing. Das ist eine wirklich tolle Community engagierter Menschen, die eines vereint: Sie hinterfragen den Umgang mit Lebensmitteln und schätzen wert, was für andere bereits Müll ist. Dort kann sich jeder registrieren und nach einem kleinen Online-Quiz zum Foodsharer werden. So kann man selbst auf der Plattform Lebensmittel einstellen oder von anderen Community-Mitgliedern abholen. Lebensmittel können zum Beispiel übrig sein, wenn ein Urlaub ansteht und vor der Abfahrt noch etwas im Kühlschrank darauf wartet, bald verspeist zu werden.

Wer sich noch mehr engagieren möchte, kann bei Foodsharing nach einem Aufnahmeprozess zum Foodsaver werden und bei kooperierenden Betrieben kleinere oder größere Mengen an überschüssigen, aber noch verzehrbaren Lebensmitteln abholen. Diese können dann entweder selbst gegessen oder an Freunde, Nachbarn und Bekannte weitergeben werden. Die einzige Regel: Noch Essbares darf nicht in der Tonne landen! Das Tolle ist, dass viele umweltbewusste Bio-Läden mit Foodsharing kooperieren. So kann man wirklich hochwertige und gesunde Lebensmittel retten.

Tipp 3: Mach dein Essen selbst!

Selbst kochen ist wesentlich günstiger als Essen zu gehen, das ist klar. Aber hast du schon mal überlegt, ob du vielleicht gedankenverloren immer wieder Lebensmittel kaufst, die du wesentlich frischer, günstiger, fairer und vor allem total easy selbst herstellen könntest? Und das ist meistens nicht nur günstiger, sondern auch gesünder. Und obendrein oft auch umweltfreundlicher. Ausgewählte DIY-Ideen für mehr Autonomie in der Küche:

• Pflanzendrinks aus Hafer, Mandel, Cashew, Buchweizen & Co. lassen sich im Handumdrehen selbst herstellen. Dabei kommst du bei einigen Sorten in der homemade-Variante sogar auf nur circa ein Zehntel des Preises, als die Milchalternative im Laden kosten würde. Nebenbei sparst du dir und deiner Umwelt dabei den Verpackungsmüll.

Pflanzliche Aufstriche und Dips sind nicht nur schnell selbst zubereitet, sondern auch wesentlich günstiger als die fertigen Alternativen, die meist größtenteils aus Fett bestehen. Bei solchen Produkten sparst du dir nicht nur bares Geld, sondern auch unerwünschte Zusatzstoffe. Außerdem hast du zu Hause die Zügel in der Hand und kannst auf hochwertige Zutaten setzen.

Linsenaufstrich mit Quinoa & Curry

• Du kannst auch Keimlinge und Sprossen selbst ziehen. Schau mal, hier ist eine Anleitung, wie Leinsamensprossen ganz einfach selbst gezogen werden können.

Microgreens selbst züchten

• Oft macht es auch schon einen Unterschied, wenn du Produkte generell hinterfragst. Beispiel fertige Müslimischung: Wer sein Müsli selbst mischt, kann sich nicht nur eine Menge Geld sparen, sondern auch viel Fett und Extrazucker umgehen, was fast standardmäßig in allen Müslimischungen enthalten ist.

• Und woran heutzutage kaum noch jemand denkt: Du kannst dein Essen auch saisonal in der Natur sammeln. Bärlauch, Beeren wie Sanddorn oder Maulbeeren, Kräuter und Pilze – es gibt viele Leckereien zu entdecken. Frischer und gesünder gehts kaum, sofern man einige Punkte beachtet. Anregungen & Tipps findest du dazu im Netz viele. Was zum Beispiel beim Bärlauch sammeln zu beachten ist, kannst du hier auf Plantiness nachlesen.

Wochenendausflug ins Grüne: Kräuter, Beeren, Pilze und Co. selbst sammeln.

Tipp 4: Bevorzuge regionale und saisonale Lebensmittel

Regionale, saisonale Lebensmittel müssen nicht erst über weite Strecken angekarrt oder gar eingeflogen werden, weshalb sie häufig günstiger sind. Sie haben damit natürlich auch den Vorteil, dass ihre Ökobilanz wesentlich besser ist.

Allen voran bei den Superfoods kommt man das eine oder andere Mal beim Blick auf den Preis doch sehr ins Staunen. Klar, Acai-Beeren sind megalecker, aber kein Mensch hierzulande braucht sie wirklich. Heimische Superfoods gibt es zu genüge, wir sehen sie nur nicht immer als solche.

Erdbeeren und Co. sind Sommerfrüchte, weshalb es für deine Gesundheit, die Umwelt und deinen Geldbeutel besser ist, auf die Früchte in den kalten Monaten zu verzichten. Früh-Erdbeeren aus Spanien, Marokko und anderen Ländern sind teuer, müssen erst importiert werden und sind Studien zufolge größtenteils mit sehr hohen Pestizidrückständen belastet.

Tipp 5: Setze auf günstige Grundnahrungsmittel

Hier ist es ähnlich wie bei den Superfoods. Bei uns gibt es viele tolle Grundnahrungsmittel, die etwas in Vergessenheit geraten sind. Ein Beispiel ist Hirse. Die eignet sich super als Beilage oder kann auch in einem leckeren und gesunden Hirseauflauf mit Orangenglasur verarbeitet werden.

Auch Getreide, Hülsenfrüchte und Kartoffeln sind mit die günstigsten Lebensmittel überhaupt, mit denen sich jeder einen sehr günstigen Grundstock an gesunden, sättigenden Grundnahrungsmitteln zulegen kann.

Tipp 6: Beachte den wahren Preis von Lebensmitteln

Dieser Tipp ist kein direkter Spartipp, um sich günstig (vegan) zu ernähren, doch der Gedanke gehört für viele zur veganen Idee: ein bewusster und rücksichtsvoller Konsum ist der Weg und das Ziel. Im Preis, für den wir etwas kaufen, ist bei den allerwenigsten Lebensmitteln der wahre Preis enthalten, den sie kosten. Nicht mit einberechnet sind häufig unfaire Arbeitsbedingungen in den Produktionsländern, die Ausbeutung von Menschen und Tieren oder der ökologische Schaden – zum Beispiel durch den Müll, den das Lebensmittel später abwerfen wird. Vor allem Umweltschäden fallen irgendwann auf uns zurück. Um deinen Fußabdruck etwas kleiner zu machen, kannst du zum Beispiel:

• auf Fairtrade-Siegel achten,

• Bio-Produkte bevorzugen,

• regionale, saisonale Produkte bevorzugen,

• möglichst unverpackte Lebensmittel kaufen,

• dich aktiv gegen Lebensmittelverschwendung einsetzen.

Wer sich also ausgewogen von günstigen, gesunden Grundnahrungsmitteln, frischem, regionalem und saisonalem Obst und Gemüse ernährt und auch mal den Kochlöffel schwingt, der wird erstaunt sein, wie günstig eine gesunde vegane Ernährung sein kann. Wer zusätzlich noch auf Ersatzprodukte verzichtet und möglichst viel selbst macht, kommt noch günstiger. Wer auch die Umwelt schonen möchte, kann sich mit ein ein bisschen Engagement zum Beispiel aktiv gegen Lebensmittelverschwendung einsetzen und nebenbei sparen.

Hast du noch weitere Tipps, wie eine gesunde Ernährung gut und günstig umsetzbar ist? Ich bin gespannt auf deinen Kommentar! 🙂

Quellen: https://www.greenpeace.de/themen/landwirtschaft/pestizide/alle-winter-wieder-gift-frueh-erdbeeren

Möchtest du noch mehr Tipps für deinen (veganen) Alltag?

Was du über vegane Fertigaufstriche wissen solltest
Leinsamensprossen einfach selbst ziehen
Bärlauch selbst pflücken
Selbstgemischtes Müsli ist das Beste!

MerkenMerken

MerkenMerken

0 Kommentare zu “Günstig vegan & gesund schlemmen? So gehts

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen